Texte & KI

Website-Texte mit KI erstellen: Was funktioniert – und was nicht?

KI kann beim Ordnen, Formulieren und Kürzen helfen. Sie ersetzt aber nicht die Entscheidungen, die deinen Website-Text konkret und glaubwürdig machen.

KI liefert Text. Klarheit musst du vorher liefern.

Ein Werkzeug wie ChatGPT kann in Sekunden eine Startseite entwerfen. Ohne brauchbare Ausgangsinformationen entsteht dabei meistens ein Text, der professionell klingt, aber wenig über dein tatsächliches Angebot sagt. Wörter wie „maßgeschneidert“, „innovativ“ oder „höchste Qualität“ ersetzen keine konkrete Erklärung.

Gute Website-Texte beginnen deshalb nicht mit dem ersten Prompt, sondern mit wenigen klaren Entscheidungen. Was soll ein Besucher verstehen? Für wen ist das Angebot gedacht? Und welcher nächste Schritt soll nach dem Lesen möglich sein? Welche Inhalte eine kompakte Seite grundsätzlich braucht, erklärt der Beitrag Website für EPU und KMU: Was wirklich wichtig ist.

Wobei KI beim Schreiben gut helfen kann.

Am nützlichsten ist KI als Arbeitswerkzeug für einen Entwurf, nicht als Quelle für Fakten über dein Unternehmen. Sie kann vorhandenes Material ordnen und Varianten erzeugen, die du anschließend auswählst und verbesserst.

  • Struktur: Stichpunkte in eine sinnvolle Reihenfolge bringen.
  • Varianten: mehrere Überschriften oder Handlungsaufforderungen formulieren.
  • Rohfassung: aus belegbaren Informationen einen ersten Fließtext erstellen.
  • Kürzen: lange Absätze verdichten und Wiederholungen finden.
  • Überarbeiten: Fachsprache verständlicher oder den Ton direkter machen.

Je klarer die Aufgabe abgegrenzt ist, desto leichter lässt sich das Ergebnis prüfen. „Formuliere drei sachliche Überschriften für dieses konkrete Angebot“ ist brauchbarer als „Schreibe mir eine überzeugende Website“.

Diese Angaben braucht eine brauchbare Rohfassung.

Bevor du Text erzeugen lässt, sammle die Fakten in einfachen Stichpunkten. Fertige Werbesätze sind nicht nötig. Diese sieben Angaben reichen für einen vernünftigen Start:

  • Zielgruppe: Wer soll sich angesprochen fühlen?
  • Angebot: Welche konkrete Leistung bietest du an?
  • Nutzen: Welches Problem wird dadurch gelöst oder erleichtert?
  • Region: Wo arbeitest du, wenn der Ort relevant ist?
  • Ton: Soll der Text sachlich, persönlich, direkt oder formeller wirken?
  • Handlung: Sollen Besucher anrufen, schreiben oder einen Termin anfragen?
  • Fakten: Welche Preise, Abläufe, Qualifikationen und Leistungen sind tatsächlich belegt?

Wenn du eine Website professionell umsetzen lassen möchtest, hilft zusätzlich die Checkliste für eine klare Website-Anfrage. Sie sortiert Ziel, Umfang, Material und Kontaktweg schon vor dem ersten Gespräch.

Typische Fehler in KI-Texten.

KI-Entwürfe wirken oft sicherer, als ihre Grundlage ist. Das ist bei Website-Texten besonders heikel, weil aus einer flüssigen Formulierung schnell eine falsche Zusage werden kann.

  • austauschbare Floskeln, die zu fast jedem Unternehmen passen
  • Leistungen oder Eigenschaften, die in den Eingaben nie genannt wurden
  • erfundene Referenzen, Kundenstimmen oder Projektergebnisse
  • ein Ton, der nicht zur Person oder zu den tatsächlichen Kunden passt
  • zu viele Behauptungen und zu wenige verständliche Informationen
  • unterschiedliche Aussagen zu Preis, Umfang oder Ablauf auf mehreren Seiten

Ein einfacher Test hilft: Streiche den Firmennamen aus dem Entwurf. Könnte derselbe Text unverändert bei fünf Mitbewerbern stehen, ist er noch nicht konkret genug.

Was du nie ungeprüft übernehmen solltest.

Rechtliche Aussagen, Preise, Qualifikationen, Kundenstimmen und messbare Ergebnisse brauchen eine verlässliche Quelle. Prüfe sie direkt in deinen Unterlagen oder bei der zuständigen fachkundigen Stelle. Ein KI-Text ersetzt keine rechtliche oder steuerliche Prüfung.

Das gilt auch für scheinbar kleine Details: Ist eine Leistung wirklich im genannten Preis enthalten? Darfst du einen Kunden öffentlich nennen? Ist ein Zertifikat aktuell und korrekt bezeichnet? Hat das Projekt tatsächlich das behauptete Ergebnis erzielt? Wenn du eine Frage nicht sicher beantworten kannst, gehört die Aussage noch nicht auf die Website.

Ein kleines Vorher-Nachher-Beispiel.

Das folgende Muster ist ein frei erfundenes Formulierungsbeispiel, keine Kundengeschichte und kein Leistungsversprechen.

Vorher: „Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen in höchster Qualität und stellen unsere Kunden in den Mittelpunkt.“

Nachher: „Ich warte und repariere Fahrräder in St. Pölten. Für ein Service vereinbaren wir vorab einen Termin; danach bekommst du eine Einschätzung zu Aufwand und benötigten Teilen.“

Die zweite Fassung ist nicht spektakulärer, aber nützlicher. Sie nennt Leistung, Region und Ablauf. Genau diese Fakten müsste der Betrieb vorgeben und vor der Veröffentlichung bestätigen.

Kopierbare Checkliste für die Schlussprüfung.

Lies den fertigen Entwurf einmal nicht als Verfasser, sondern als potenzieller Kunde. Prüfe dabei jeden dieser Punkte:

  • Ist nach wenigen Sätzen klar, was angeboten wird und für wen?
  • Sind Namen, Kontaktdaten, Regionen, Preise und Leistungsumfang korrekt?
  • Kann jede Referenz, Qualifikation und messbare Aussage belegt werden?
  • Klingt der Text so, wie du auch in einem Kundengespräch sprechen würdest?
  • Wurden Floskeln durch konkrete Informationen ersetzt?
  • Gibt es Widersprüche zu bestehenden Angeboten oder Unterlagen?
  • Sind rechtlich relevante Aussagen fachlich geprüft?
  • Führt jede Seite zu einem klaren nächsten Schritt?
  • Ist der Text auf dem Smartphone gut lesbar und ausreichend gegliedert?
  • Wurde der gesamte Text zuletzt von einem Menschen gelesen?

Wann Selbstarbeit genügt – und wann Unterstützung sinnvoll ist.

Wenn Angebot, Zielgruppe und Fakten bereits klar sind, kannst du mit KI oft eine brauchbare Rohfassung vorbereiten. Plane trotzdem Zeit für Auswahl, Korrektur und Kürzung ein. Das Werkzeug nimmt dir Formulierungsarbeit ab, aber nicht die Verantwortung für den veröffentlichten Inhalt.

Ein klar abgegrenztes Website-Projekt ist sinnvoll, wenn du nicht nur einzelne Sätze, sondern Positionierung, Seitenstruktur, Gestaltung, mobile Darstellung und Kontaktführung zusammenbringen musst. Das KlarOnline-Angebot für eine kompakte Website schafft dafür einen überschaubaren Rahmen.

Geht es über Website-Texte hinaus um KI in wiederkehrenden Arbeitsabläufen, Dokumenten oder internen Prozessen, ist das ein anderes Vorhaben. Einen passenden Einstieg bietet die Beratung zu KI und Prozessautomatisierung bei KI Prozesspartner.

Nächster Schritt

Dein Angebot steht, aber die Website noch nicht?

Schreib kurz, was du anbietest, wen du erreichen möchtest und welches Material schon vorhanden ist. Ich sage dir ehrlich, ob eine kompakte Website für den Start reicht.